Dass es davon zumindest Ausnahmen gibt, zeigte der Unfall entlang der B 29, zwischen Bopfingen und Flochberg.
Eine 26-jährige Radfahrerin befuhr gegen 6.50 Uhr den Fuß- und Radweg neben der Bundesstraße, in Richtung Flochberg/Nördlingen. Die polizeiliche Unfallaufnahme ergab bisher, dass ihr auf dem Radweg ein Radfahrer entgegenkam, der an seinem Rad kein Licht eingeschaltet hatte. Die Radfahrerin erkannte das unbeleuchtete Rad wohl zu spät, erschrak und wich reflexartig aus. Die Ausweichbewegung führte die Radfahrerin direkt auf die Bundesstraße, wo um diese Zeit reger Fahrzeugverkehr herrschte. Das erste Auto, dem sie vor die Motorhaube vor, konnte einen Zusammenstoß mit der Radfahrerin durch eine sofortige Vollbremsung und ein Ausweichmanöver verhindern, allerdings schaffte das der ihm nachfolgende Pkw nicht und fuhr auf den abbremsenden Pkw auf. Die Radfahrerin war in dieser Zeit vor den beiden Unfallkontrahenten auf die Gegenfahrspur der Bundesstraße geraten und dort von einem Fiesta erfasst worden, dessen Lenkerin nicht mehr hatte anhalten können. Die Bilanz des Unfalls: der 41-jährige Unfallverursacher unverletzt, die Radfahrerin schwer verletzt, der Fahrer des auffahrenden Pkw schwer verletzt, der Fahrer des Pkw, der den Aufprall auf die Radfahrerin vermeiden konnte, dem aber ins Heck gefahren wurde, wurde leicht verletzt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 22.000 Euro.
Anmerkung zu den Präventionsbemühungen der Polizei in diesem Zusammenhang:
Die Verkehrspolizei der Polizeidirektion Aalen hat im Jahr 2008 gerade für die Zielgruppe der Kinder von der vierten Klassen bis zur 7. Klasse im gesamten Ostalbkreis vielfältige Präventionsmaßnahmen zum Thema "sicheres Rad" und "sehen und gesehen werden" durchgeführt. Viele Kinder konnten im Rahmen der Jugendverkehrsschule ihre Räder direkt von einem Polizeibeamten überprüfen lassen. Bei der kürzlich wieder durchgeführten Info-Veranstaltung zum „Toten Winkel“, in Aalen wurden in zwei Tagen über 800 Kinder über die Gefahren aufgeklärt, die auftreten, wenn Radfahrer nicht gesehen werden. Zusätzlich gab es noch weitere Präventionsveranstaltungen an anderen interessierten Schulen. Im Bereich von weiterführenden Schulen wurden zu Schulbeginn mehrere Kontrollen durchgeführt. Dabei konnten die Beamten feststellen, dass Präventionsmaßnahmen durchaus fruchten, dass es also Jugendliche gibt die mit heller Kleidung, funktionierendem Licht und mit Helm in die Schule fahren, dass es aber auch unbelehrbare Jugendliche und Erwachsene gibt, die einfach darauf vertrauen, dass alle anderen Verkehrsteilnehmer auf sie aufpassen und hellwach unterwegs sind.
Bei all diesen Veranstaltungen appelliert die Polizei immer an die Vorbildfunktion der Erwachsenen, nicht ohne Grund, und nicht immer mit Erfolg, wie der geschilderte Unfall zeigt.